Kreis Pinneberg
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Bestimmte, zielgerichtete und wiederholte Verhaltensweisen gegen den Willen einer anderen Person, die Furcht auslösen, werden mit dem Begriff Stalking umschrieben. Zu den belästigenden und bedrohenden Verhaltensweisen von Stalkern zählen wiederholtes Annähern und Auflauern, Sicht- und Körpernähe, mündliche oder schriftliche Kommunikation wie etwa per Telefon, SMS oder E-Mail gegen den Willen der Zielperson, aber auch deren Verleumdung.

Zielpersonen als Opfer sind häufig ehemalige Lebens- oder Ehepartner, aber auch flüchtig bekannte oder völlig unbekannte Personen, manchmal auch Personen des öffentlichen Lebens. Stalking erstreckt sich meist über längere Zeiträume und hat gerade dadurch massive Auswirkungen für die Opfer. Hier sind in erster Linie körperliche und psychische Beschwerden zu nennen, ebenso Einschränkungen des Lebensstils – Wohnortwechsel, Meidung bestimmter Plätze, sozialer Rückzug und Verlust von Freunden.

Grundsätzlich gilt: Frühe Maßnahmen zum Schutz der Opfer und gegebenenfalls zur Strafverfolgung unternehmen. Dabei ist insbesondere dem Stalker eindeutig mitzuteilen, dass kein Kontakt gewünscht wird. Auch sollte man das eigene private und berufliche Umfeld und Vertrauenspersonen informieren sowie technische Schutzvorkehrungen – Wohnungssicherheit, telefonische Fangschaltung, Geheimnummer und so – treffen.

Wenn der Stalker namentlich bekannt ist: in jedem Fall eine Unterlassungsverfügung oder ein Belästigungsverbot über das Zivilgericht beantragen. Der im März 2017 in Kraft getretene § 238 Strafgesetzbuch („Nachstellung“) beschreibt Stalking schon als Straftat, wenn die Handlung eines Täters dazu „geeignet“ ist, das Leben des Opfers gravierend zu beeinträchtigen und droht bis zu drei Jahre Gefängnisstrafe an.

Das Dokumentieren des Stalkings durch Sammeln von Beweismaterial untermauert die Glaubwürdigkeit in straf- und zivilrechtlichen Verfahren. Um das zu erleichtern hat der WEISSE RING eine NO-STALK-App entwickelt, die kostenlos in den App-Stores für Android und Apple heruntergeladen werden kann. Das ist eine Art Stalking-Tagebuch, um Nachstellungen oder sonstige Vorfälle direkt und zeitnah mit dem Smartphone zu dokumentieren. Die Dateien werden sofort verschlüsselt an ein Rechenzentrum in Deutschland übertragen und lassen sich dann als Beweismaterial bei der Polizei und den Justizbehörden vorlegen. Informationen zur Installation sowie zur Bedienung der App und umfassende Infos zum Thema Stalking finden Sie auf der Homepage www.nostalk.de. Dort stehen Ihnen unter anderem das Benutzerhandbuch sowie das Erklärvideo zur Verfügung.